Kurz gesagt: Die Google Search Console zeigt dir deine kostenlosen SEO-Klicks. Google Ads zeigt dir geschätzte Preise pro Klick für bezahlte Werbung. Multiplizierst du beides, bekommst du einen Vergleichswert. Das ist aber kein echter SEO-Umsatz, kein gespartes Werbe-Geld und keine Rendite.
SEO und Werbung beantworten unterschiedliche Fragen
SEO verbessert, wie gut deine Website in der normalen, kostenlosen Google-Suche gefunden wird. Für jeden dieser Klicks zahlst du nichts. SEA heißt bezahlte Suchanzeigen. Dort zahlst du für jeden Klick auf deine Anzeige.
Der Vergleich verbindet beide nur zum Nachdenken: Man nimmt die echten kostenlosen Klicks aus SEO und rechnet sie mit einem Werbepreis aus SEA hoch. So sieht man ungefähr, was ähnlich viele Klicks als Werbung gekostet hätten. Das beweist aber nicht, dass man diese Klicks tatsächlich gekauft hätte oder dass sie genauso gut zu Kunden geworden wären.
Was der Preis pro Klick wirklich bedeutet
CPC steht für „Cost per Click", auf Deutsch: Kosten pro Klick. In einer laufenden Google-Ads-Kampagne ist das der Betrag, den du für einen echten Klick auf deine Anzeige zahlst. Im „Keyword Planner" (einem Google-Werkzeug für Werbung) siehst du dagegen nur Durchschnittswerte aus der Vergangenheit und Schätzungen für die Zukunft. Diese Werte hängen von Land, Sprache, Zeitraum, Konkurrenz und Jahreszeit ab.
Es gibt also nicht den einen festen Preis für einen Suchbegriff. Am verlässlichsten ist ein aktueller Wert aus deinem eigenen Werbekonto. Danach kommt eine passende Schätzung aus dem Keyword Planner. Ein allgemeiner Wert für deine Branche ist nur eine grobe erste Näherung.
Wichtig: Der Preis pro Klick beantwortet die Frage „Was hätte ähnliche Werbung ungefähr gekostet?", nicht die Frage „Wie viel Umsatz hat mir SEO gebracht?".
So findest du den Preis pro Klick im Google Keyword Planner
- Keyword Planner öffnen. Wähle „Suchvolumen und Prognosen abrufen" und gib deine Suchbegriffe ein.
- Land und Sprache einstellen. Stell das richtige Land und die richtige Sprache ein. Mische später keine unterschiedlichen Einstellungen unbemerkt.
- Alte Werte anschauen. Schau dir die durchschnittlichen monatlichen Suchen und den durchschnittlichen Preis pro Klick an, falls vorhanden.
- Tabelle herunterladen. Lade die Datei herunter. Unser Werbepreis-Rechner liest deutsche und englische Exporte direkt in deinem Browser ein.
- Datum notieren. Schreib dir Zeitraum, Land, Sprache und Datum auf. So weißt du später noch, woher dein Vergleichswert kommt.
Google selbst sagt: Diese Schätzungen berücksichtigen alte Daten, Budget und Jahreszeit. Behandle die Werte deshalb als grobe Orientierung, nicht als festen Preis. Die offizielle Anleitung zum Keyword Planner zeigt den aktuellen Ablauf.
Kostenlose Klicks aus der Search Console holen
Für den SEO-Wert brauchst du nicht die Zahl der Suchen, sondern die Klicks, die deine Website wirklich bekommen hat. Öffne in der Google Search Console den Bericht „Leistung", wähle einen klaren Zeitraum aus und lade die Suchbegriffe als Tabelle herunter.
Achte darauf, dass alle Zahlen aus demselben Zeitraum kommen. Unser Rechner arbeitet mit Monatswerten: Lädst du drei ganze Monate herunter, teilst du die Klicks jeder Gruppe durch drei. Die Search Console zeigt außerdem nicht jede einzelne, sehr seltene Suche an, die Summe der Zeilen muss deshalb nicht ganz genau mit der Gesamtzahl übereinstimmen.
Wie du lange Suchbegriffe direkt in der Search Console für neue Themen-Ideen nutzt, zeigt der Leitfaden für schnelle Erfolge mit der Search Console.
Suchbegriffe sinnvoll in Gruppen einteilen
Ein einziger Durchschnitt für die ganze Website verdeckt oft den Unterschied zwischen Info-Suchen und Kauf-Suchen. Besser ist es, nach Thema zu gruppieren. Ein Onlineshop könnte zum Beispiel Ratgeber-Suchen, Vergleichs-Suchen und direkte Kauf-Suchen getrennt anschauen.
- Ein Thema pro Gruppe: Suchbegriffe in einer Gruppe sollten dieselbe Frage oder dieselbe Zielseite betreffen.
- Nach Art der Suche trennen: Info-Suchen und Kauf-Suchen haben oft ganz unterschiedliche Preise pro Klick.
- Monatswerte bilden: Teile die Klicks aus deinem Zeitraum durch die Anzahl der vollen Monate.
- Keine Doppelzählung: Ein Suchbegriff gehört nur in eine einzige Gruppe.
Den richtigen Durchschnittspreis berechnen
Der häufigste Rechenfehler: einfach den Durchschnitt aus mehreren Preisen bilden. Wenn eine Gruppe 1.500 Klicks hat und eine andere nur 50, dürfen beide Preise nicht gleich stark zählen.
Unsere Auswertung von „Malle Sticker" zeigt den Unterschied gut:
- 1.541 Info-Klicks × 1,00 € Preis pro Klick = 1.541,00 €
- 48 Kauf-Klicks × 4,86 € Preis pro Klick = 233,28 €
- Zusammen: 1.774,28 € bei 1.589 untersuchten Klicks
Der einfache Durchschnitt aus 1,00 € und 4,86 € wäre 2,93 € gewesen, für diese Klick-Verteilung aber falsch gerechnet. Auf einen Monat umgerechnet sind das etwa 530 Klicks und rund 591 € Vergleichswert pro Monat. Unser Gruppen-Rechner übernimmt diese Rechnung automatisch.
Vom Preis pro Klick zum Werbe-Vergleichswert
Der Werbe-Vergleichswert zeigt: Was hätte ähnliche Werbung ungefähr gekostet? Die Rechnung ist bewusst einfach:
Dieser Wert ist weder echter Umsatz noch automatisch gespartes Werbe-Geld. Viele Info-Klicks hätte man in einer echten Werbekampagne vielleicht nie gekauft. Trotzdem zeigt die Rechnung: Kostenlose Sichtbarkeit kann einen echten wirtschaftlichen Wert haben.
Vom Vergleichswert zum echten Geschäftswert
Ob sich SEO für dich lohnt, hängt zusätzlich davon ab, wie viele Besucher zu Kunden werden, was dir ein Kunde bringt und was dich SEO kostet. Erst daraus entsteht ein echtes Rechenbeispiel:
Werbe-Vergleichswert und echter Geschäftswert darf man nicht zusammenzählen. Sie schauen sich denselben Traffic aus zwei verschiedenen Blickwinkeln an. In unserem Wirtschaftlichkeits-Rechner bleiben beide deshalb getrennt. Mehr dazu im Beitrag SEO-Wirtschaftlichkeit berechnen.
Warum veröffentlichte Texte länger wirken können als eine Werbeanzeige
Eine Werbeanzeige hört auf, sobald das Budget aufgebraucht ist. Ein veröffentlichter Text bleibt dagegen auf deiner Website, auch wenn du später kein Abo mehr hast. Er kann weiterhin gefunden werden und Klicks bringen. Genau darin liegt der bleibende Wert von guten Texten.
Trotzdem wäre es unseriös, das als „für immer garantiert" zu verkaufen. Positionen können steigen oder fallen, die Nachfrage ändert sich, und manche Themen veralten. Deshalb rechnen unsere Werkzeuge nur mit dem gewählten Zeitraum. Ein späterer Zusatznutzen ist möglich, aber keine feste Garantie.
Ein echtes Beispiel: unsere frühe Fallstudie
Zwischen August und Oktober 2025 entstanden mit einer frühen, noch nicht so ausgereiften Version von SEOTHON 67 Blogtexte für den kleinen Onlineshop „Malle Sticker". Der heutige Ablauf ist besser durchdacht und automatischer, aber diese Zahlen sind der echte, dokumentierte Ausgangspunkt.
Die Studie lief nur drei Monate in einem kleinen Markt mit wenig Konkurrenz. Sie zeigt, was in diesem einen Fall passiert ist, nicht, was jede Website automatisch erreichen wird. Alle Details und Grenzen stehen in der vollständigen Fallstudie.
Die häufigsten Fehler
- einfachen statt gewichteten Durchschnitt für unterschiedlich große Gruppen nehmen,
- Suchvolumen mit echten kostenlosen Klicks verwechseln,
- verschiedene Länder, Sprachen oder Zeiträume durcheinanderwerfen,
- den Werbe-Vergleichswert als echten Umsatz oder garantierte Ersparnis ausgeben,
- Umsatz statt echtem Gewinn pro Kunde verwenden,
- eine einzelne Fallstudie einfach auf jede andere Branche übertragen.
Jetzt mit deinen eigenen Zahlen rechnen
Starte mit einer einfachen Branchenschätzung, lade danach deinen eigenen Keyword-Planner-Export hoch und bilde bei Bedarf eigene Gruppen. Danach kannst du die Monats-Klicks direkt in den Wirtschaftlichkeits-Rechner übernehmen. Alles läuft dabei nur in deinem Browser.
Quellen und Grundlage
Die Trennung von SEO und SEA sowie diese Vergleichs-Methode beruhen auf der Abschlussarbeit des SEOTHON-Gründers. Die Zahlen und Grenzen der Fallstudie stehen im öffentlichen Fallstudien-Artikel.
- Google Ads: Was ist der Preis pro Klick (CPC)?
- Google Ads: Schätzungen im Keyword Planner einordnen
- Google Search Console: Leistungsbericht und kostenlose Klicks
Häufige Fragen
Brauche ich ein Google-Ads-Konto, um den Preis pro Klick zu finden?
Nicht unbedingt. Für eine erste Einschätzung reicht oft eine Branchenschätzung oder ein Keyword-Planner-Export.
Ist der Werbe-Vergleichswert dasselbe wie mein echter Gewinn?
Nein. Er zeigt nur, was dieselbe Klickmenge als Werbung gekostet hätte: ein Vergleichswert, kein echtes Geschäftsergebnis.
Warum nimmt man den gewichteten Wert statt eines einfachen Durchschnitts?
Weil ein einfacher Durchschnitt auch Suchbegriffe ohne echte Klicks genauso stark zählt und dadurch verfälscht wird. Der gewichtete Wert zeigt die wirklich beobachteten Klicks.
Beispiel: Warum ein gewichteter Preis besser ist als ein Branchenwert
Eine Gruppe enthält drei Suchbegriffe: 100 Klicks zu 0,80 €, 20 Klicks zu 4,00 € und 0 Klicks bei einem angezeigten Preis von 7,00 €. Ein einfacher Durchschnitt aus den drei Preisen wäre 3,93 €. Für die echten Klicks wäre das aber falsch.
Der gewichtete Wert lautet: (100 × 0,80 € + 20 × 4,00 €) ÷ 120 = 1,33 €. Der dritte Suchbegriff ohne echte Klicks zählt hier gar nicht mit. Nutzt man stattdessen eine Schätzung aus dem Keyword Planner, muss man klar sagen, dass es nur eine Schätzung ist.
Verlässlicher
Eigene, echte Klick-Daten, passendes Land, klarer Zeitraum, gewichteter Durchschnitt und offen gezeigte Datenquelle.
Unsicherer
Allgemeine Branchenwerte, gemischte Länder, einzelne Höchstgebote, sehr wenige Klicks oder ein Wert ohne Angabe von Quelle und Zeitraum.
SEOTHON-Regel: Je unsicherer die Datenlage, desto deutlicher muss man die Schwankungsbreite zeigen. Ein Preis pro Klick ist ein Werbe-Vergleichswert für gekaufte Klicks: kein Umsatz, kein SEO-Preis und keine Garantie für den Wert kostenloser Besucher.
Quellen
- Google Ads Help: Preis pro Klick und echter CPC erklärt.
- Google Ads Help: Keyword Planner und Schätzungen nutzen.
- Avinash Kaushik: Web Analytics 2.0.
Die Zahlen im Beispiel dienen nur zur Veranschaulichung. Echte Preise hängen von Markt, Konkurrenz, Qualität, Gerät und Zeitpunkt ab.