SEO für Anwälte funktioniert über drei Ebenen: eine Seite je Rechtsgebiet für die Suche nach dem Anwalt, Ratgeber für die Fragen vor dem ersten Termin, und das Google-Unternehmensprofil für die Suche nach Ort. Mandate entstehen, wenn die drei Ebenen verlinkt sind und die Website die Fragen beantwortet, die am Kanzleitelefon täglich fallen: Kosten, Rechtsschutz, Fristen, Ablauf. Alles davon ist mit der Berufsordnung vereinbar, solange es sachlich bleibt.

Wonach suchen Mandanten, bevor sie einen Anwalt anrufen?

Die Suche beginnt fast nie mit „Anwalt“. Sie beginnt mit dem Ereignis: „Kündigung erhalten was tun“, „Abfindung berechnen“, „Unfall Gegner zahlt nicht“, „Scheidung Kosten“, „Mietminderung Schimmel“. Erst wer die Lage grob versteht, sucht den Anwalt: „Fachanwalt Arbeitsrecht in der Nähe“, „Anwalt Verkehrsrecht Chemnitz“, „Rechtsanwalt Familienrecht Erstberatung“.

Dazwischen liegen die Fragen, die über das Mandat entscheiden und die kaum eine Kanzlei auf der Website beantwortet: Was kostet eine Erstberatung, zahlt meine Rechtsschutzversicherung, welche Frist läuft, wie läuft ein Verfahren ab, habe ich überhaupt eine Chance. Wer sie beantwortet, bekommt den Anruf, der sonst bei der nächsten Kanzlei landet.

Welche drei Ebenen braucht eine Kanzlei-Website?

  1. Eine Seite je Rechtsgebiet: Arbeitsrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht, Mietrecht, jeweils mit den typischen Fällen, dem Ablauf, den Kosten und der Frage, wann sich der Gang zum Anwalt lohnt. Eine Sammelseite „Unsere Rechtsgebiete“ rankt für keines davon.
  2. Ratgeber je Mandantenfrage: die zwölf Fragen, die am Telefon am häufigsten fallen, je Frage ein Artikel mit vollständiger Antwort und einem Link zur Rechtsgebietsseite. Wie die Liste entsteht, zeigt der Beitrag Kanzleiblog: Themen für Rechtsanwälte finden.
  3. Google-Unternehmensprofil: Kategorie Rechtsanwalt plus Fachanwaltschaften, Leistungen, Öffnungszeiten, Bewertungen. Bei jeder Suche mit „in der Nähe“ entscheidet das Profil.

Die Verknüpfung macht den Unterschied: Der Ratgeber zur Kündigungsschutzklage verlinkt auf die Arbeitsrechtsseite, die Arbeitsrechtsseite auf die Ratgeber zu Abfindung, Frist und Aufhebungsvertrag. So wird aus einer Frage ein Weg zur Kanzlei.

Wo verlieren Kanzlei-Websites die meisten Mandate?

FehlerWas passiertWas hilft
Keine KostenangabeDie häufigste Frage bleibt unbeantwortet, Suchende springen abErstberatung, Gebührenrahmen, Rechtsschutz und Prozesskostenhilfe erklären
Rechtsgebiete als ListeGoogle kann keine Seite einer konkreten Suche zuordnenEine Seite je Rechtsgebiet mit typischen Fällen
Keine FristenWer die Drei-Wochen-Frist der Kündigungsschutzklage nicht kennt, kommt zu spätFristen prominent, mit dem Hinweis, sofort anzurufen
JuristenspracheMandanten suchen „Kündigung bekommen“, die Seite sagt „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“Alltagsformulierung zuerst, Fachbegriff danach
Kein Erstkontakt-WegTelefonnummer im Footer, Formular ohne RückmeldezeitTelefon oben, Formular mit Antwortzusage, Termin online

Dazu kommt ein Punkt, der Kanzleien oft überrascht: Bewertungen. Bei Suchen nach Ort sieht der Mandant zuerst die Sternebewertung im Unternehmensprofil. Fünf echte Bewertungen zufriedener Mandanten wirken mehr als jede Leistungsbeschreibung.

Was erlaubt das Berufsrecht bei SEO für Anwälte?

Anwälte dürfen werben, sachlich, berufsbezogen und ohne Erfolgsversprechen. Rechtsgebietsseiten, Ratgeber und Kostenangaben fallen darunter. Drei Regeln halten den Rahmen ein.

  1. Allgemein erklären, nie den Einzelfall beraten. Ein Ratgeber erklärt, wie ein Kündigungsschutzverfahren abläuft, er sagt nicht, ob der Leser gewinnt. Der Hinweis auf das Erstgespräch gehört in jeden Artikel.
  2. Keine Erfolgsquoten ohne belastbare Grundlage und keine Herabsetzung anderer Kanzleien.
  3. Fachanwaltstitel nur, wenn sie verliehen sind, und Schwerpunkte nur, wenn die Kanzlei sie tatsächlich bearbeitet.

Die Kanzleimarketing-Branche liefert vielen Kanzleien Texte nach demselben Muster. Wer die eigenen Mandantenfragen zur Quelle macht, schreibt automatisch anders als die Konkurrenz im selben Rechtsgebiet.

Wie misst eine Kanzlei, ob SEO wirkt?

Die Google Search Console zeigt, für welche Suchen die Website erscheint und welche Seiten geklickt werden. Das Unternehmensprofil zeigt Anrufe und Routenanfragen. Das Sekretariat fragt bei jedem Erstkontakt, wie der Mandant auf die Kanzlei gestoßen ist, und notiert es. Mehr braucht es nicht.

Realistisch sind erste Anfragen über Ratgeber nach acht bis zwölf Wochen. Ein einziges gewonnenes Mandat im Arbeits- oder Familienrecht deckt die SEO-Kosten mehrerer Monate. Wie die Rechnung im Detail aussieht, zeigt der Beitrag SEO-Wirtschaftlichkeit berechnen.

Selbst machen, Agentur oder Automation?

Rechtsgebietsseiten und Unternehmensprofil macht eine Kanzlei einmal selbst. Die Ratgeber brauchen Durchhaltevermögen: zwei Artikel im Monat, vom Anwalt freigegeben, bei Gesetzesänderungen gepflegt. Genau daran scheitern Kanzleiblogs nach dem dritten Beitrag.

Die drei Wege, selbst schreiben, Agentur, oder ein Content-Betrieb, der Themen aus Suchdaten findet und Entwürfe erst nach Freigabe des Anwalts veröffentlicht, vergleicht der Beitrag SEO-Texte schreiben lassen mit Kosten über zwölf Monate.

Häufige Fragen

Was kostet SEO für eine Anwaltskanzlei?

Die Grundlagen kosten Zeit, etwa zwei Arbeitstage für Rechtsgebietsseiten und Unternehmensprofil. Laufende Ratgeber kosten je nach Weg zwischen 80 Euro im Monat für einen automatisierten Betrieb mit Freigabe durch den Anwalt und 1.500 bis 3.000 Euro im Monat für eine Kanzleimarketing-Agentur.

Darf ein Anwalt im Blog Rechtsfragen beantworten?

Ja, solange er allgemein informiert und nicht den Einzelfall berät. Erklärungen zu Fristen, Kosten, Abläufen und Begriffen sind zulässig und üblich. Die Grenze verläuft dort, wo aus der Information eine Empfehlung für eine konkrete Situation wird. Ein Hinweis auf das Erstgespräch gehört deshalb in jeden Artikel.

Lohnt sich SEO für Anwälte, wenn Portale wie anwalt.de dominieren?

Ja, weil Portale die Suche nach dem Anwalt bedienen, nicht die Fragen davor. Wer „Kündigung erhalten was tun“ googelt, landet auf Ratgebern, nicht auf Portalprofilen. Eine Kanzlei, die diese Fragen beantwortet und zum eigenen Rechtsgebiet verlinkt, gewinnt den Mandanten, bevor er ein Portal öffnet.

Zum Branchenüberblick: Lohnt sich SEO für Beratungs- und Rechtsberufe? Zur Themenfindung: Kanzleiblog: Themen für Rechtsanwälte finden.