Kurz gesagt: Informative Suchanfragen sind Fragen, die Menschen vor einem Kauf stellen. In einer Fallstudie von SEOTHON an einem kleinen Onlineshop kamen 97 Prozent der untersuchten Klicks von solchen Info-Suchen, nicht von Kauf-Suchen. Dieser Anteil gilt nicht für jede Website, zeigt aber das Potenzial. Entscheidend ist, diese Besucher per Link mit dem eigenen Angebot zu verbinden.

Welche vier Arten von Suchanfragen gibt es?

Google-Suchen lassen sich in vier Arten einteilen: Info-Suche (jemand will etwas verstehen), Ziel-Suche (jemand sucht eine bekannte Website), Vergleichs-Suche (jemand vergleicht Möglichkeiten vor der Entscheidung) und Kauf-Suche (jemand will jetzt kaufen oder bestellen). Die Einteilung ist grob und keine feste Reihenfolge, sie zeigt aber, welches Textformat und welcher nächste Schritt zu einer Suchanfrage passen.

  • Info-Suche: jemand will etwas verstehen oder eine Frage beantwortet bekommen.
  • Ziel-Suche: jemand sucht eine bestimmte, schon bekannte Website.
  • Vergleichs-Suche: jemand vergleicht mehrere Möglichkeiten, bevor er sich entscheidet.
  • Kauf-Suche: jemand will jetzt konkret etwas tun, meist kaufen.

Eine Suche kann mehrere Gründe gleichzeitig haben, und Menschen gehen nicht immer geradlinig von „nur informieren" zu „kaufen". Wer die vier Typen genauer unterscheiden will, findet im Beitrag zu den vier Suchintentionen Beispiele und Signalwörter für jede Art.

Was zeigt die Fallstudie zu Info-Suchen?

In einer Drei-Monats-Fallstudie von SEOTHON an einem kleinen Onlineshop wurden 131 Suchbegriffe ausgewertet, die im Zeitraum jeweils mindestens drei Klicks bekommen hatten und zusammen 1.589 Klicks brachten. Laut dieser Auswertung entfielen 97 Prozent der Klicks auf Info-Suchbegriffe und 3 Prozent auf Kauf-Suchbegriffe. Die vollständigen Zahlen stehen in der SEO-Fallstudie zum Onlineshop.

SuchtypSuchbegriffeKlicksAnteilGeschätzter Klickpreis
Info-Suchbegriffe1261.54197 Prozentrund 1,00 Euro
Kauf-Suchbegriffe5483 Prozent4,86 Euro

Die Auswertung zeigt zwei Dinge: Info-Suchen waren in diesem Fall viel häufiger, Kauf-Suchen hatten dafür einen fast fünfmal höheren Vergleichspreis. Dieser Preis stammt aus Werbedaten und beschreibt nur einen Vergleich, nicht den echten Umsatz oder den Wert eines einzelnen Besuchs.

Warum sind Info-Suchen für KI-Suchsysteme besonders wertvoll?

Info-Suchen sind genau die Fragen, die Menschen inzwischen auch ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews stellen. Ein Ratgeberartikel, der eine solche Frage vollständig beantwortet, kann dort als Quelle zitiert werden. Laut einer Analyse von Kevin Indig zu KI-Zitaten stammen 44,2 Prozent der Zitate aus den ersten 30 Prozent einer Seite, die Antwort gehört also nach oben.

Die Princeton-Studie zu Generative Engine Optimization von Aggarwal et al. hat zudem ermittelt, dass Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit in generativen Antworten um 30 bis 40 Prozent erhöhen. Ein Info-Text mit belegten Zahlen arbeitet also doppelt: für Google und für KI-Antworten. Wie das konkret aussieht, zeigt der Beitrag zu GEO für KI-Suchassistenten.

Wie verbindest du Info-Besucher mit deinem Angebot?

Info-Besucher werden nur dann wertvoll, wenn der Text sie mit einem Link zum nächsten sinnvollen Schritt führt: von der Frage zur Planungshilfe, von dort zum Vergleich und erst dann zum Produkt. Ein Ratgeber ohne diesen Weg bringt Reichweite, aber keine Anfragen. Der Beitrag zur internen Verlinkung beschreibt, wie solche Wege gebaut werden.

Häufige Fragen

Gelten die 97 Prozent aus der Fallstudie für jede Website?

Nein, die 97 Prozent stammen aus einer einzelnen Fallstudie von SEOTHON an einem kleinen Onlineshop über drei Monate und beschreiben nur diesen einen Fall. Der Anteil hängt von Branche, Angebot und bestehendem Content ab. Eine Website mit vielen Produktseiten und wenigen Ratgebern hat einen deutlich kleineren Info-Anteil. Die eigene Search Console zeigt das tatsächliche Verhältnis.

Sollte ich deshalb nur noch Info-Texte schreiben?

Nein, ein hoher Anteil an Info-Besuchen ist nur wertvoll, wenn diese Besucher über gute Links zu Angeboten oder Kontaktmöglichkeiten geführt werden. Kauf-Suchen bleiben wichtig, weil sie direkt vor der Entscheidung stehen. Sinnvoll ist eine Mischung: wenige Angebotsseiten für Kauf-Suchen und eine Reihe von Ratgebern für die Fragen davor, die auf diese Angebotsseiten verweisen.

Was bringt ein Info-Text, wenn daraus kein direkter Kauf entsteht?

Ein Info-Text baut vor allem Vertrauen auf. Wer eine Frage vor dem Kauf gut beantwortet bekommt, geht mit mehr Wissen in die Entscheidung und erinnert sich an die Quelle. Dieser Effekt lässt sich nicht bei jedem einzelnen Klick messen, zeigt sich aber in wiederkehrenden Besuchern, Markensuchen und Anfragen, die den Ratgeber als Einstieg nennen.

Praxis · Beispiel

Beispiel: Eine Themen-Treppe für Personal-Software

Ein frei erfundener Anbieter verkauft Software, mit der Unternehmen neue Mitarbeiter einarbeiten. Der Kauf-Suchbegriff „Onboarding Software" ist wichtig, zeigt aber nur die späte Auswahlphase. Eine gute Strategie beginnt früher bei den Fragen, die vor der Softwaresuche stehen, und verbindet jede Info-Stufe mit einem Link zur nächsten sinnvollen Frage. Fünf Stufen bilden diese Treppe.

  1. Problem erkennen: „Warum kündigen neue Mitarbeiter oft in der Probezeit?": mögliche Gründe erklären, ohne sofort Software als Lösung zu verkaufen.
  2. Ablauf planen: „So planst du das Onboarding neuer Mitarbeiter": eine nutzbare Vorlage.
  3. Lösung verstehen: „Digitales Onboarding: Vorteile und Grenzen": wann Software hilft und was sie nicht lösen kann.
  4. Anbieter vergleichen: „Onboarding-Software im Vergleich": worauf man achten sollte.
  5. Produkt ansehen: Angebotsseite oder Demo, konkrete Funktionen und nächster Schritt.

Die fünf Stufen der Themen-Treppe sind kein starrer Zwang. Ein Leser kann bei jeder Stufe einsteigen. Links führen deshalb immer zum nächsten passenden Schritt: vom Problem zur Planungshilfe, von dort zur Lösungsentscheidung und erst dann zum Produkt.

Zeichen für echten Nutzen

Der Text bleibt auch dann hilfreich, wenn der Leser das Produkt nicht kauft. Er erklärt Kriterien, nennt Grenzen und hilft bei einer besseren Entscheidung.

Zeichen für versteckte Werbung

Jede Frage endet sofort bei derselben Produkt-Behauptung, Alternativen fehlen komplett, und ohne Kaufaufforderung bleibt kaum echter Inhalt übrig.

SEOTHON-Regel: Bevorzuge Info-Suchbegriffe, wenn Problem, dein Wissen und dein Angebot gut zusammenpassen. Ein Suchbegriff mit vielen Suchen, aber ohne diesen Zusammenhang, bringt zwar Reichweite, aber nicht unbedingt echten Nutzen.

Quellen

  1. SEOTHON: SEO-Fallstudie Onlineshop, Auswertung von 131 Suchbegriffen über drei Monate.
  2. Kevin Indig: Analyse zu KI-Zitaten (44,2 Prozent der Zitate aus den ersten 30 Prozent einer Seite).
  3. Aggarwal et al.: GEO: Generative Engine Optimization, KDD 2024. Laut der Studie steigern Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit um 30 bis 40 Prozent.
  4. Dirk Lewandowski: Suchmaschinen verstehen. Fachlicher Rahmen für Informationssuche und Suchsysteme.
  5. Erwin Lammenett: Praxiswissen Online-Marketing. Einordnung von SEO im Marketing-Mix.
  6. Google Search Central: Nutzerorientierte und hilfreiche Inhalte.

Der Anbieter und die Themen-Treppe sind frei erfunden. Das ist eine Arbeitshilfe von SEOTHON, kein allgemeines Modell für Kaufverhalten.

Philipp Friebel

Philipp Friebel

Ich beschäftige mich seit 2023 mit SEO und schreibe hier darüber, wie informative Suchanfragen in der Praxis tatsächlich Besucher bringen, nicht nur in der Theorie.

Aktualisiert am 24. September 2026