Kurz gesagt: Filtere in der Search Console nach Suchanfragen mit mindestens sechs Wörtern. Schau dir danach für jede Anfrage die Impressionen, Klicks, Position und vor allem die Seite an, die dafür schon gezeigt wird. Passt die Frage eng zu einem bestehenden Thema, reicht meist eine kurze Ergänzung. Braucht sie eine eigene, ausführliche Antwort, kann daraus ein neuer Blogtext werden.

Warum sind lange Suchanfragen so wertvoll?

Kurze Suchbegriffe wie „SEO Kosten" verraten nur grob, was jemand wissen will. Eine Anfrage wie „wie viel kostet seo für einen kleinen onlineshop" zeigt dagegen schon viel genauer, worum es geht. Solche langen Anfragen (man nennt sie „Long-Tail") werden zwar einzeln seltener gesucht, zeigen aber besonders klar, was Menschen wirklich wissen wollen.

Der große Vorteil der Search Console: Du arbeitest nicht mit Vermutungen, sondern mit Anfragen, bei denen Google deine Website bereits gezeigt hat. Es besteht also schon ein Zusammenhang zum Thema. Trotzdem sollte nicht jede einzelne Anfrage gleich einen neuen Text bekommen, sonst entstehen schnell mehrere Seiten, die eigentlich fast dasselbe beantworten. Wie die vier Kennzahlen zusammen zu lesen sind, erklärt der Beitrag zu GSC-Daten.

Schritt 1: Wie öffnest du den Leistungsbericht?

Öffne deine Google Search Console und klicke links auf Leistung. Dort stehen Klicks, Impressionen, Klickrate und Position für jede Suchanfrage und jede Seite. Für ein verlässlicheres Bild lohnt sich meist ein Zeitraum von mindestens drei Monaten. Bei saisonalen oder ganz neuen Themen kann auch ein kürzerer Zeitraum sinnvoll sein.

Google Search Console Übersicht mit markiertem Menüpunkt Leistung
In der Search Console führt der Menüpunkt „Leistung" zum Bericht mit Klicks, Impressionen, Position, Suchanfragen und Seiten.

Schritt 2: Wie stellst du den Zeitraum ein und öffnest den KI-Helfer?

Stell zuerst Zeitraum und Suchtyp ein. Der eingebaute KI-Helfer merkt sich schon gesetzte Filter und behält sie bei. Klicke danach auf das blaue Filtersymbol. Falls es bei dir noch nicht angezeigt wird, kannst du denselben Filter auch von Hand einstellen über Filter hinzufügen → Suchanfrage → Benutzerdefiniert (Regex).

Leistungsbericht der Google Search Console mit markiertem KI-Filtersymbol
Das markierte Symbol öffnet den KI-Helfer. Diese Funktion ist noch nicht in jedem Konto sichtbar, weil Google sie erst nach und nach freischaltet.

Schritt 3: Wie filterst du nach Suchanfragen mit mindestens sechs Wörtern?

Gib den folgenden Text in den KI-Helfer ein. Er bittet um einen Filter, der nur lange Anfragen mit mindestens sechs Wörtern zeigt. Ein „regulärer Ausdruck" (kurz Regex) ist dabei einfach ein Suchmuster, mit dem man bestimmte Arten von Text finden kann:

Suchanfrage: Anfragen, die mit diesem regulären Ausdruck übereinstimmen "^([^ ]* ){5,}[^ ]*$"
KI-Konfiguration in der Google Search Console mit Regex für Suchanfragen ab sechs Wörtern
Die KI schlägt diesen Filter vor. Schau ihn dir kurz an, bevor du auf „Anwenden" klickst.

Was macht dieses Suchmuster genau?

Das Suchmuster verlangt mindestens sechs durch Leerzeichen getrennte Wörter. Die Zeichen am Anfang und Ende sind wichtig, weil die Search Console sonst auch Teiltreffer innerhalb eines längeren Textes zulassen würde. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle. Die vier Bausteine des Musters und ihre Bedeutung stehen in der folgenden Übersicht.

^beginnt ganz am Anfang der Suchanfrage
([^ ]* ){5,}verlangt mindestens fünf Wörter mit Leerzeichen danach
[^ ]*erfasst das letzte Wort der Anfrage
$endet ganz am Ende der Suchanfrage

Ohne den KI-Helfer: Klicke auf „Filter hinzufügen", wähle „Suchanfrage", dann „Benutzerdefiniert (Regex)" und „Entspricht Regex". Trage dort genau dies ein: ^([^ ]* ){5,}[^ ]*$

Wie wertest du die Treffer sinnvoll aus?

Die Trefferliste wird in sechs Schritten ausgewertet: nach Impressionen sortieren, Klicks und Klickrate zusammen betrachten, die Position nicht allein bewerten, die zugehörige Seite prüfen, den bestehenden Text lesen und ähnliche Fragen zusammenfassen. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet den häufigsten Fehler: für jede einzelne Formulierung einen neuen Text anzulegen.

  1. Sortiere nach Impressionen. Der KI-Helfer richtet den Bericht ein, sortiert die Tabelle aber nicht für dich. Schau dir zuerst Anfragen an, die schon regelmäßig gezeigt werden.
  2. Klicks und Klickrate zusammen anschauen. Viele Impressionen bei wenigen Klicks können bedeuten: Der Titel passt nicht so gut, oder die Seite beantwortet die Frage nur teilweise.
  3. Die Position nicht allein bewerten. Eine Anfrage auf Platz 8 mit vielen Impressionen kann wichtiger sein als eine Anfrage auf Platz 3 mit kaum Nachfrage.
  4. Auf die Suchanfrage klicken. Wechsle danach zum Reiter „Seiten". So siehst du, welche Seite Google für diese Frage schon zeigt.
  5. Den bestehenden Text lesen. Prüfe: Wird die Frage schon vollständig beantwortet, nur am Rand, oder gar nicht?
  6. Ähnliche Fragen zusammenfassen. Mehrere ähnliche Formulierungen gehören meist auf eine gute, starke Seite, nicht in mehrere fast gleiche Texte.

Warum sind Suchanfragen auf Position 11 bis 30 besonders lohnend?

Unter den langen Suchanfragen verdienen bestimmte Treffer noch einmal besondere Aufmerksamkeit: sogenannte Chancen-Keywords auf Position 11 bis 30, also auf Google-Seite 2 oder 3. Diese Anfragen stehen kurz davor, in die erste Ergebnisseite zu springen, und zusätzliche Arbeit hat hier oft den größten Hebel.

Der Grund dafür liegt in der Klickverteilung. Eine vielzitierte Auswertung von Barrett und Herten zeigt: Platz 1 in den Suchergebnissen erhält ungefähr das Zehnfache der Klicks von Platz 10, und die Top 3 zusammen vereinen über 75 Prozent aller Klicks auf sich. Eine Anfrage auf Position 25 bringt praktisch keine Besucherinnen und Besucher, dieselbe Anfrage auf Position 8 dagegen schon deutlich mehr, und auf Position 3 noch einmal spürbar mehr. Ziel jeder Optimierung sollte deshalb ausdrücklich Platz 1 bis 3 sein, nicht nur „irgendwo auf Seite 1".

Für KI-Antworten gilt eine ähnliche Konzentration: Laut einer Analyse von Kevin Indig zu KI-Zitaten stammen 44,2 Prozent der Zitate aus den ersten 30 Prozent einer Seite. Ein Update, das die Antwort auf die lange Suchanfrage nach oben zieht, hilft also bei Google und bei ChatGPT gleichzeitig.

Praktisch bedeutet das: Filtere die langen Suchanfragen zusätzlich nach Position 11 bis 30 und schau dir diese Treffer zuerst an. Ein kleines Update an einer Seite, die bereits auf Position 15 steht, bringt oft schneller sichtbare Ergebnisse als ein komplett neuer Text zu einem Thema ganz ohne bestehende Platzierung.

Neuer Blogtext, FAQ oder bestehende Seite erweitern?

Für jede gefundene Suchanfrage gibt es vier mögliche Entscheidungen: einen FAQ-Abschnitt ergänzen, einen Abschnitt in der bestehenden Seite erweitern, einen neuen Text schreiben oder bewusst nichts tun. Welche passt, hängt davon ab, wie eng die Frage zum Hauptthema der Seite gehört und ob sie eine eigenständige, ausführliche Antwort braucht. Die vier Fälle im Überblick:

FAQ-Abschnitt

Kleine Zusatzfrage

Die bestehende Seite beantwortet das Hauptthema schon gut. Die neue Frage lässt sich mit einer kurzen, klaren Antwort ergänzen.

Abschnitt ergänzen

Wichtiges Teilthema

Mehrere ähnliche Anfragen zeigen: Ein wichtiger Punkt kommt bisher zu kurz. Ergänze dafür einen eigenen Abschnitt mit Beispielen und Links.

Neuer Text

Eigenes Thema

Die Frage braucht eine ausführliche, eigenständige Antwort und passt nicht gut in die bestehende Seite. Dann lohnt sich ein neuer Text.

Nichts tun

Doppelt oder unpassend

Die Frage wird schon gut beantwortet, gehört nicht zu deinem Angebot, oder ein neuer Text würde nur mit einem alten konkurrieren. Nicht jeder Treffer braucht einen neuen Text.

Welche weiteren Anfragen sind für den KI-Helfer nützlich?

Der KI-Helfer kann Filter, Vergleiche und Tabellen für dich vorbereiten. Beschreibe einfach, welche Daten du sehen willst, und schau dir danach den vorgeschlagenen Filter genau an. Sechs Anfragen haben sich in der Praxis bewährt: ein Trendvergleich für lange Anfragen, der Vergleich von Handy und Computer, die Auswertung des Blog-Bereichs sowie Filter für Fragewörter, kaufnahe Formulierungen und Hilfebedarf.

Trend bei langen Anfragen vergleichenZeige Klicks, Impressionen, CTR und Position für Suchanfragen mit mindestens sechs Wörtern in den letzten drei Monaten im Vergleich zu den drei Monaten davor.
Handy und Computer vergleichenVergleiche die CTR auf Mobilgeräten und Desktop für lange Suchanfragen in den letzten 28 Tagen.
Blog-Bereich untersuchenZeige Klicks und Impressionen für Seiten, deren URL „/blog/" enthält, in den letzten 28 Tagen im Vergleich zum vorherigen Zeitraum.
Fragen mit Frage-WörternSuchanfrage: Anfragen, die mit diesem regulären Ausdruck übereinstimmen "^(wie|was|warum|wann|wo|welche|welcher|welches|kann|ist|sind) .*"
Kaufnahe FormulierungenSuchanfrage: Anfragen, die mit diesem regulären Ausdruck übereinstimmen "(kaufen|preis|kosten|vergleich|test|erfahrung)"
Probleme und HilfebedarfSuchanfrage: Anfragen, die mit diesem regulären Ausdruck übereinstimmen "(fehler|problem|funktioniert nicht|hilfe)"

Willst du Suchen nach deinem eigenen Firmennamen ausschließen, nutze einen zusätzlichen Filter „Entspricht nicht Regex" mit deinem Markennamen und typischen Schreibweisen.

Was kann der KI-Helfer nicht?

Der KI-Helfer der Search Console ist noch neu und aktuell nur bei einem Teil der Konten sichtbar. Google erlaubt zurzeit nur 20 Anfragen pro Tag. Die Funktion arbeitet nur im Leistungsbericht für die normale Suche, nicht in anderen Google-Bereichen, und sie kann weder Tabellen sortieren noch Daten herunterladen noch Bedingungen wie „Klicks unter 100" direkt ausführen.

Der Helfer übersetzt deine Beschreibung nur in Filter und Ansichten. Weil KI-Vorschläge auch mal falsch sein können, solltest du jeden vorgeschlagenen Filter kurz durchlesen, bevor du ihn anwendest.

Wie geht es ohne den KI-Helfer?

Wenn dein Konto den KI-Helfer noch nicht hat, kannst du denselben Filter direkt selbst setzen: Klicke auf „Filter hinzufügen", wähle „Suchanfrage", dann „Benutzerdefiniert (Regex)" und „Entspricht Regex". Trage dort ^([^ ]* ){5,}[^ ]*$ ein. Impressionen, Klicks und Position schaust du dir danach ganz normal in der Tabelle an.

Was bringt der Filter am Ende?

Der Long-Tail-Filter erstellt nicht automatisch neue Themen. Sein Wert liegt darin, dir echte Fragen zu zeigen, für die deine Website schon etwas Sichtbarkeit hat. Die eigentliche Entscheidung triffst du danach selbst: bestehende Seite verbessern, FAQ ergänzen, neues Thema anlegen oder bewusst nichts ändern. Genau diese Entscheidung verhindert dünne FAQ-Listen und Texte, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.

Wer die Ergänzung mit belegten Zahlen schreibt, gewinnt zusätzlich bei KI-Antworten: Die Princeton-Studie zu Generative Engine Optimization von Aggarwal et al. hat ermittelt, dass Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit in generativen Antworten um 30 bis 40 Prozent erhöhen. Wie doppelte Themen strukturell vermieden werden, zeigt die Content-Cluster- und Pillar-Struktur.

Häufige Fragen

Was zählt hier als lange Suchanfrage?

Als lange Suchanfrage zählt in diesem Ablauf jede Anfrage mit mindestens sechs Wörtern, also eine sehr konkrete Formulierung wie „wie viel kostet seo für einen kleinen onlineshop" statt eines Schlagworts wie „SEO Kosten". Der Regex-Filter setzt genau diese Grenze. Wer mehr Treffer sehen will, kann die Zahl im Muster auf vier Wörter senken, bekommt dann aber auch unklarere Anfragen.

Muss ich für jede gefundene Frage einen neuen Text schreiben?

Nein, für die meisten gefundenen Fragen ist kein neuer Text nötig. Passt die Frage eng zu einem bestehenden Thema, reicht oft eine kurze FAQ-Ergänzung oder ein zusätzlicher Abschnitt auf der Seite, die Google für die Anfrage schon zeigt. Nur bei einem wirklich eigenen Thema mit genug Stoff für eine eigene Seite lohnt sich ein neuer Blogtext.

Ersetzt dieser Filter die normale Suche nach Themen?

Nein, der Long-Tail-Filter ergänzt die normale Themensuche, er ersetzt sie nicht. Er zeigt nur Anfragen, für die deine Website bereits Sichtbarkeit hat, also keine Themen, zu denen du noch gar nicht gefunden wirst. Für neue Themen bleiben Keyword-Recherche und Wettbewerbsanalyse nötig. Und welche Treffer wirklich zu deinem Angebot passen, musst du weiterhin selbst entscheiden.

Weiterführend: Google-Dokumentation zu erweiterten Filtern und KI-Konfiguration.

Praxis · Beispiel

Eine lange Suchanfrage: FAQ, Update oder neuer Text?

Angenommen, die Search Console zeigt die Anfrage „wie berechne ich cpc für mehrere keywords" mit 240 Impressionen, Position 8,7 und nur wenigen Klicks. Die bestehende Seite erklärt den Preis pro Klick zwar schon, zeigt aber keine Rechnung für mehrere Suchbegriffe zusammen. Die Länge der Anfrage allein ist noch kein Grund für einen ganz neuen Text.

FAQ ergänzen

Wenn die Antwort in zwei bis vier klaren Sätzen passt, eng zum Hauptthema gehört und kein eigenes Thema für sich ist.

Bestehenden Text erweitern

Wenn die Seite für die Frage schon gezeigt wird, die Antwort aber unvollständig ist. In diesem Beispiel wäre eine Schritt-für-Schritt-Rechnung naheliegend.

Neuen Text schreiben

Wenn die Frage ein ganz eigenes Thema, eine andere Zielgruppe oder ein deutlich anderes Ergebnis braucht und genug Stoff für eine eigene Seite da ist.

Nichts veröffentlichen

Wenn die Frage nicht zu deinem Angebot passt, nur zufällig Impressionen bringt oder du sie gar nicht verlässlich beantworten kannst.

Nach einem Update schaut man sich nicht nur die eine Suchanfrage an. Ähnliche Anfragen werden gemeinsam betrachtet, weil die Search Console viele ähnliche Formulierungen einzeln zeigt und sehr seltene Suchen aus Datenschutzgründen gar nicht vollständig anzeigt.

SEOTHON-Regel: Verbessere zuerst die stärkste bestehende Seite. Ein ganz neuer Text entsteht erst, wenn er ein eigenständiges Problem besser löst als ein Abschnitt auf der vorhandenen Seite.

Quellen

  1. Google Search Central: Leistungsdaten in der Search Console filtern.
  2. Dirk Lewandowski: Suchmaschinen verstehen. Hintergrund zu Suchanfragen und Informationssuche.
  3. SEOTHON-Praxisguide: Preis pro Klick für einzelne Suchbegriffe berechnen.
  4. Udo Raaf: Der SEO Planer, Springer Gabler essentials. Grundlage für das Konzept der Chancen-Keywords auf Position 11 bis 30.
  5. Barrett/Herten, in Uwe Seebacher (Hrsg.): Praxishandbuch B2B-Marketing, Springer Gabler. Quelle der zitierten Klickverteilung nach Position (Top 3 über 75 Prozent der Klicks).
  6. Kevin Indig: Analyse zu KI-Zitaten (44,2 Prozent der Zitate aus den ersten 30 Prozent einer Seite).
  7. Aggarwal et al.: GEO: Generative Engine Optimization, KDD 2024. Laut der Studie steigern Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit um 30 bis 40 Prozent.

Die Suchanfrage und die Zahlen im Beispiel dienen nur zur Veranschaulichung. Der Artikel erklärt eine Entscheidungshilfe, keine garantierte Methode für eine bessere Position.

SEOTHON-Redaktion

Wir zeigen, wie aus Search-Console-Daten konkrete Entscheidungen werden, ohne jede Suchanfrage automatisch in einen neuen Text zu verwandeln.